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08. Januar 2010
Seit dem 1. Januar bilden die vier katholischen Pfarreien einen Verbund mit fast 20 000 Mitgliedern. Das Personal wurde reduziert. Müssen jetzt Wartemarken für Hochzeits- und Tauftermine gezogen werden? Der Pfarrer sagt: nein!
Eine der größten Pfarren des gesamten Erzbistums hat aufgehört zu existieren: Die Pfarre St. Martinus. Die rund 10 000 Gemeindemitglieder zählende Pfarre bildet seit dem 1. Januar einen Pfarreienverbund. Die Pfarren Büttgen, Holzbüttgen und Vorst gehören jetzt ebenfalls zu diesem riesigen Verbund, der fast 20 000 Mitglieder hat. Das ist fast die Hälfte aller Kaarster Bürger.
Müssen die jetzt befürchten, Schlange stehen zu müssen, wenn sie einen Hochzeitstermin haben wollen oder wenn die Totenmesse für einen verstorbenen Verwandten gelesen werden muss? Dechant Monsignore Josef Brans verneint. Der 60-Jährige hat alle Fäden in der Hand; er koordiniert, wer der insgesamt sieben Seelsorger wo zum Einsatz kommt.
Brans ist ein gemütlicher Mensch, der sich auch durch die neue, große Herausforderung nicht aus der Ruhe bringen lässt. "Kein Gemeindemitglied muss länger auf einen Termin warten als bisher", stellt er klar. Pfarrer Brans hat nämlich schon längst vorgesorgt und die neusten Kommunikationstechniken eingeführt. "Wir benutzen jetzt die Computersoftware 'Programm Kaplan'. Das ist ein moderner Personalplaner. Wir können sofort sehen, welcher Seelsorger wo im Einsatz ist. Auch die Gottesdienst-Termine in den vier Kirchen sind dort eingetragen." Das 'Programm Kaplan' ist ein Personalplaner, wie er auch in der freien Wirtschaft zur Terminkoordinierung eingesetzt wird.
Das ist ein Fingerzeig: Denn der neue Pfarreienverbund arbeitet immer mehr wie ein großes Wirtschaftsunternehmen. Das funktioniert in der Praxis bestens – bestätigt Margarete Klimont. Die 46-Jährige ist zwar Gemeindereferentin, doch auch ihre Termine sind im 'Programm Kaplan' eingetragen. Eine wesentliche Neuerung: Die Seelsorger arbeiten nicht mehr ortsgebunden. Es ist also nicht einer der sieben nur für Vorst, der andere nur für Büttgen zuständig. "Die Arbeiten werden inhaltlich aufgeteilt", berichtet Klimont. Sie selbst wurde beispielsweise zur Betreuung der Erstkommunion-Empfänger eingeteilt. Und in der Vorweihnachtszeit kümmerte sie sich um alle Krippenspiele im gesamten Pfarreienverbund. Im Vorfeld hatte der Zusammenschluss der vier Pfarreien für Unmut und Sorgen bei einigen Gemeindemitgliedern gesorgt – vor allem in St. Martinus. Denn St. Martinus hat ungefähr genau so viele Gemeindemitglieder wie die drei anderen Kirchen zusammen. Der neue, gemeinsame Pfarrgemeinderat spiegelt das aber nicht wieder: Kaarst hat zwei Sitze, Vorst, Büttgen und Holzbüttgen ebenfalls jeweils zwei.
© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung
Unternehmen Seelsorge (52.28 kB)




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