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17. Juli 2009
Der neue Mann, der dieses riesige Gebilde leitet, ist Monsignore Josef Brans. Nervosität ist bei ihm keine zu spüren. Die NGZ besuchte ihn in seiner Wohnung gleich neben der Vorster Kirche. Nur die schwüle Hitze macht ihm gestern etwas zu schaffen. Ansonsten ist er völlig gelassen angesichts seiner neuen Aufgabe. "Ab dem 1. August bin ich für den neuen Seelsorgebereich verantwortlich", kündigt er an.
In den vergangenen Monaten hatten viele Gemeindemitglieder der Pfarre St. Martinus Sorgen und Nöte geäußert. Denn durch die Zusammenlegung verliert die Gemeinde einen Teil ihrer Selbständigkeit. Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz wurde erst kürzlich in den Ruhestand verabschiedet, mit ihm ging eine Ära zu Ende. Denn St. Martinus wird nicht mehr von einem Pfarrer "vor Ort" geleitet. Brans bleibt nämlich in seiner Vorster Wohnung. "Im heutigen Medienzeitalter ist das alles kein Problem", sagt er gelassen. Auch mit Handy und Internet wird Monsignore Brans sein Team koordinieren.
Welche Auswirkungen hat diese Zusammenlegung der Gemeinden in der Praxis? Zunächst einmal personelle Auswirkungen. Unterm Strich werden nämlich im Pastoralteam zweieinhalb Stellen weniger besetzt sein. "Es wird Dinge geben, die nicht mehr geleistet werden können", kündigt Brans an. Zum Beispiel bei den Wortgottesdiensten. "Das Rosenkranzgebet oder die Kreuzwegandacht können auch von einem Gemeindemitglied geleitet werden", so Brans. Wir die Weihehandlung vollzogen oder werden Sakramente erteilt, so ist dies selbstverständlich nach wie vor Sache des Pfarrers. Auch bei den Messen wird voraussichtlich gestrichen: "Ich werde mit dem Pfarrgemeinderat absprechen, wie das gemacht wird", sagt Josef Brans. Im Gespräch ist, dass sonntags eine Messe gestrichen wird. Außerdem soll unter der Woche nur noch in einer Kirche die Abendmesse angeboten werden. Der Pfarrer weiß, dass auch auf ihn jede Menge zusätzliche Arbeit zukommt. Trotzdem: Brans legt großen Wert darauf, für seine Gemeinde da zu sein: "Normalerweise ist es kein Problem, mich zu erreichen", sagt er.
Auch, wenn die Verwaltung nun zentralisiert wird – die Kirchen werden weiterhin einen Teil ihrer Selbständigkeit behalten. Das gilt zum Beispiel für die Ländereien und für die Finanzen.
Monsignore Josef Brans hat schon mehrere Kirchenzusammenschlüsse mitgemacht. Ab 1981 war er ausschließlich für Vorst zuständig, seit 1985 auch für Holzbüttgen. Im Jahr 2000 kam auch noch Büttgen hinzu. Mit Kaarst folgt nun seine vierte Gemeinde. Er bleibt gelassen: "Ich kann die Ängste der Menschen verstehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im neuen Seelsorgebereich die anstehenden Aufgaben lösen werden."
© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung
Originalartikel:
Neuer Hausherr in St. Martinus (69.13 kB)




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