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Hungrig in den Schlafsack

Geschrieben von Christoph Kleinau und Klaus D. Schumilas (NGZ). Veröffentlicht in Vermischtes

Pannen bei der Verpflegung der Weltjugendtagsbesucher: Gut 6000 Portionen fehlten am Montag. So wurde improvisiert: Frühstück schon abends und Nudeln aus dem Ferienlagerbestand.
"Nudelpfanne Toscana": Kein Gericht war in Neuss am Dienstag gefragter. Allein an der Stadthalle wurden fast 6000 Pilger damit versorgt. ( NGZ-Fotos: A. Woitschützke) Der Rührlöffel konnte gar nicht groß genug sein. In nur zwei Stunden hatte Martina Sack am Dienstag 1345 Portionen "Nudelpfanne Toscana" zuzubereiten und mit anderen Helfern an die Weltjugendtagsbesucher auszuteilen, die sich am Verpflegungspunkt Stadthalle - einem von sechs in Neuss - einfanden. Insgesamt wurden dort 6 000 Besucher erwartet - und satt.

Am Tag zuvor hatte es noch ganz anders ausgesehen, mussten etliche Pilger in den Massenunterkünften mehr oder weniger hungrig in die Schlafsäcke kriechen. Denn die Verpflegung, die am Dienstag zumindest fernab von Köln recht reibungslos funktionierte, war mehr als holperig angelaufen. "Zu wenig, zu spät oder gar nichts", auf diesen Nenner brachte es Martina Hopster, die am Montag ab 22 Uhr am Kontakttelefon im Katholischen Jugendamt die ratlosen Anfragen und Hilferufe der Kernteams aus vielen Gemeinden entgegen nahm.

Insgesamt, so die Schätzungen, fehlten 6 000 Portionen. Elke Schlangen, Teamleiterin in der Marien-Pfarre, erzählte: "Wir hatten 50 Pilger, die ohne Verpflegung da standen. Bei der Firma ging niemand ans Telefon. Erst gegen 23 Uhr haben wir vom Katholischen Jugendamt die Nachricht erhalten, dass wir an der Stadthalle Essen abholen könnten. Da hatten wir schon selbst aus den Restbeständen unserer Ferienfreizeit Nudeln gekocht."

Der Engpass mobilisierte die Pilger, aber auch ihre Gastgeber. Einige machten sich auf eigene Faust los, um sich ein Abendessen zu organisieren, anderen wurde das Frühstück als Nachtmahl ausgeteilt. Dabei war schon am Abend, als in den Unterkünften die tiefgefrorenen Brötchen für den nächsten Morgen abgeliefert wurden, klar: Die reichen auch nicht. Hopster: "Oft wurden ganz spontan Verträge mit den Bäckern im Ort geschlossen."

In der Pfarre St. Cornelius Erfttal nahm das Pfarrer Jochen Koenig in die Hand. Für Jugendamtsleiter Michael Esser, der seine Mannschaft aus der Registrierungsstelle am Montag an der Stadthalle verpflegen ließ, ist die Panne leicht erklärt. "Der Caterer hat den Montag wie jeden anderen Ausgabetag behandelt." Heißt: Nachdem die Zeit für das Mittagessen, bei dem die Abendverpflegung als Lunchpaket mitgegeben wird, verstrichen war, räumten die freiwilligen Helfer die Essenausgabe ab.

Pilger, die bis dahin nicht vorbeigekommen waren (und das waren angesichts großer Verspätungen die meisten) schauten in die Röhre. Sein Versuch, so Esser, die Helfer zum längeren Bleiben zu bewegen, hatte keinen Erfolg: "Die hielten sich an ihre Order." Ein Problem war auch, so Stefan Wallraff aus der Pfarre St. Elisabeth in Reuschenberg, dass es am Südpark keine Listen gab, wohin wie viele Portionen gehen sollten.

Viele kamen aus den Pfarren, um sich die Pakete abzuholen. Pannen auch tags drauf. Helfer am "Info-Point" im Rathaus schickten Pilger, die zum Mittagessen nicht wussten wohin, einfach und immer zur Stadthalle. Weil dort auch Busladungen "strandeten", die zum Beispiel auf dem Weg nach Leverkusen Richtung Neuss umdirigiert worden waren, glichen der große Parkplatz und der angrenzende Stadtgarten bald Wallensteins Lager.

Nur dass es keine "Feldlatrine" gab. Nachdem erste Hundertschaften das Dorint-Novotel am Rosengarten gestürmt hatten, ließ Hoteldirektor Rolf Slickers die Toiletten sperren und leitete die Jugendlichen in die Stadthalle um. Dort füllten die meisten auch die Wasserflaschen auf, die sie in ihren Pilgerrucksäcken fanden. Denn die versprochene Wasserstelle an einem Löschhydranten fanden fast nur Ortskundige.

Aus dem zuständigen Büro des Weltjugendtags in Köln war am Dienstag zu diesen Problemen keine Stellungnahme zu erhalten.

Originalartikel aus der NGZ: icon Hungrig ins Bett (37.62 KB)

© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung


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Sonntag, 20. Mai 2012
Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

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