Nachruf Bruder Martin Schiffer OSB
Liebe Schwestern und Brüder,
am Freitag, dem 14.Juli, ist unser Bruder, P. Martin Schiffer, im Alter von fast 97 Jahren verstorben. In den letzten Monaten hatten seine Kräfte erheblich nachgelassen. Bis es ihm nicht mehr möglich war hat er aufmerksam am Leben unserer Gemeinschaft teilgenommen. Alle Gottesdienste waren ihm wichtig, fast immer war er mit seinen Brüdern im Chorgebet.
Nach langen Jahren in auswärtigen Diensten kam er über achtzigjährig in die Abtei zurück und hat sich, für alle erstaunlich, sehr schnell in das gemeinsame Leben integriert. Den Gästen präsentierte er sich, meistens beim Frühstück, als Senior des Hauses und hatte allerhand Geschichten zu erzählen.
Sehr interessiert war er an allem, was mit der Matthiaswallfahrt zu tun hatte. Oft kam er (mit Zigarre) auf den Freihof, um mit den Pilgern zu sprechen. Einige kannte er noch aus der Zeit, als er selbst in den fünfziger Jahren Pilgerpfarrer war. In diesen Jahren hielt er manche Volksmissionen in den Pfarreien einiger Bruderschaften im Rheinland. In der diesjährigen Pilgerzeit war er schon zu schwach, um sich auf dem Freihof sehen zu lassen.
Wir danken Gott für sein Leben. Er war der letzte jener Mönche, die vor dem Krieg die Zeit des Wiederbeginns der Abtei erlebt und mitgestaltet haben. Gerne wies er darauf hin, dass er seit seinem dritten Lebensjahr im Gebäude der Abtei gelebt hat. Sein Vater war nämlich Gutsverwalter bei Herrn von Nell, dessen Familie das säkularisierte Abteigut gekauft hatte. Als Junge erlebte er den Einzug der Mönche 1922 in St. Matthias.
Furchtbare Jahre musste er, wie P. Maurus Münch, von 1942 - 1945 im KZ Dachau durchstehen. Die schrecklichen Erlebnisse behielt er für sich. Seine Lebensfreude auch und gerade in den Jahren des Alters war auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen bemerkenswert. Für alle Dienste, die ihm erwiesen wurden, bedankte er sich ohne das dies floskelhaft wirkte, es kam von Herzen.
Totenvigil am Montag, 18.07.2005, um 20.15 Uhr
Beerdigung am Dienstag, 19.07.2005, um 10.30 Uhr,
anschließend Requiem in der Matthiasbasilika






