Nicht alle bekamen einen Sitzplatz
Weit über 600 Pilger haben sich am Samstag zur Kapelle Klein Jerusalem aufgemacht.
Neersen. 600 Sitzplätze auf Bänken und Stühlen standen am Samstag für die Pilger an der Kapelle Klein Jerusalem bereit. Und die reichten bei weitem nicht für alle, die zur Friedenswallfahrt der Matthias-Bruderschaften nach Neersen aufgebrochen waren. Hunderte Pilger von rund 30 Pilgerbruderschaften aus dem Umkreis hatten sich auf den Weg nach Neersen gemacht.
Den weitesten Weg hatten die Pilger aus Uedesheim bei Neuss hinter sich. Unter den Gruppen, die bis auf einen Landregen trockenen Fußes nach Neersen wandern konnten, waren auch rund 150 Kommunionkinder, die zum ersten Mal an einer solchen Wallfahrt teilnahmen.
Überhaupt waren viele Kinder und Jugendliche mit von der Partie. Allen Gruppen war eines gemeinsam. Ein Kreuz wurde vorweg getragen. Manche kunstvoll aus Metall gearbeitet mit Jesus am Kreuz, viele schlicht aus zwei ästen gebaut und mit Grün verziert. Gebete und Lieder gehörten dazu. In Neersen angelangt, gab es für die Gruppen mehrere Anlaufpunkte. Für die älteren gab es Pilgerwasser Hochprozentiges aus kleinen Gläsern. Limo oder Wasser wurde für alle vorgehalten.
Viele der Pilger nahmen am Nachmittag die Gelegenheit wahr, sich einer Führung durch die Kapelle anzuschließen, in der über Geschichte und Geschichtchen berichtet wurde, derer es im Verlauf der langen Historie der Kapelle viele gab. Auch die Aktuelle Stunde des WDR produzierte einen Bericht. Ein Höhepunkt der Wallfahrt war die Messe, die von vier Priestern gehalten wurde.
Pater Hubert aus Trier (verantwortlicher Betreuer der Pilger in Trier), Pfarrer Pütz aus Neersen, Pastor Harperscheidt (früher Pastor in St.Tönis und Fischeln) sowie der Bezirkspräses der Matthias-Bruderschaften, Pfarrer Pütz aus Büderich, lasen die Messe gemeinsam unter freiem Himmel. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst erstmals von der Jugendband der Pfarre Neersen, die die Pilger auch schon vor der Messe mit zahlreichen Liedern unterhalten hatte.
Für den gemütlichen Teil hatten die Organisatoren alle Hände voll zu tun. über 500 Liter Kaffee wurden so gebrüht in kürzester Zeit waren über 2.000 Brötchenhälften geschmiert. Die Gruppen mussten natürlich auch zurück. Manche wurden mit Fahrzeugen zu ihren Wohnorten zurückgefahren, viele aber machten sich so, wie sie gekommen waren, auf den Rückweg: Zu Fuß. Und trotz des anstrengenden Tages wirkten die meisten immer noch gut gelaunt. Vielleicht freut man sich schon auf die Friedenswallfahrt 2006, die seit nunmehr 22 Jahren wie immer am Samstag vor dem Palmsonntag nach Klein Jerusalem führt.
Zwischen dem 3. und dem 8. Mai pilgert die Neersener Matthias-Bruderschaft übrigens selbst. Ziel ist das Grab des Matthias in Trier. Rund 220 Kilometer liegen dann vor den 48 Teilnehmern, die bislang ihre Teilnahme zugesagt haben.
© wz-online, Westdeutsche Zeitung
Alternativ als pdf:
Neersen: Nicht alle bekamen einen Sitzplatz (27.97 KB)






