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St. Martinus: Wille zum Protest

Geschrieben von barni (NGZ). Veröffentlicht in Vermischtes

"Der Wille zum Protest ist da": Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Klaudia Schuch nahm diese Erkenntnis aus der außerordentlichen Pfarrversammlung im Pfarrzentrum von St. Martinus Kaarst mit. Mehr als 100 Gemeindemitglieder der Pfarrgemeinde waren gekommen.
Einziges Thema der Tagesordnung: die geplante Zusammenlegung der Seelsorgebereiche Kaarst und Büttgen zum 1. Januar 2007. Zwei Varianten sind möglich: Eine Fusion oder eine Pfarreiengemeinschaft mit dann rund 20 000 Gemeindemitgliedern.

 

„Gefühl der Ungerechtigkeit"

  • "Ist das der neue Kölner Stil, den wir zu erwarten haben?"
  • "Welche Möglichkeiten haben wir - rechtlich, konventionell und unkonventionell?"
  • "Wir sollten auf jeden Fall versuchen zu kämpfen!"

-solche Sätze waren zu hören. Alle, die sich zu Wort meldeten, zeigten sich enttäuscht, zumal als sie Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz auf den neuesten Stand gebracht hatte. Der erklärte nach einem Besuch beim Erzbistum:
"Köln hat definitiv entschieden, dass die Zusammenlegung zum 1. Januar 2008 erfolgen wird", so Pfarrer Gertz. "Ich habe darauf hingewiesen, dass dies der Gemeinde nur schwer zu vermitteln sein werde, dass das Gefühl der Ungerechtigkeit aufkommen werde."
Dr. Gertz erklärte, dass er sich angeboten habe, die Moderation der Zusammenlegung zu übernehmen. Auch habe er dem Erzbistum gegenüber klipp und klar mitgeteilt, dass er aus Krankheitsgründen sein Pfarramt zum 31. Juli 2009 aufgeben möchte. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Klaudia Schuch sprach in einer Präsentation den Hintergrund für die Zusammenlegung an. Der Priestermangel werde rasant fortschreiten, gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter rapide an. "Im Jahre 2030 werden nur noch drei Prozent der Priester unter 41 Jahre alt sein, 50 Prozent sind dann 66 bis 70 Jahre alt." Und sie ging auf die beiden möglichen Varianten ein, die Fusion und die Pfarreiengemeinschaft. Die anwesenden Gemeindemitglieder lehnen offenbar mehrheitlich beides ab; als das kleinere der beiden übel wurde jedoch die Pfarreiengemeinschaftbetrachtet.

Offener Brief geplant

Die Fusion würde die Auflösung der alten und die Gründung einer neuen Pfarre zur Folge haben, möglicherweise mit einem ganz neuen Namen. Es gäbe nur noch einen Kirchenvorstand.
Bei der Pfarreiengemeinschaft bekäme der Kirchengemeindeverband vom Kirchenvorstand Kompetenzen übertragen. Träger beispielsweise für Kindergärten wäre nicht mehr die Pfarrgemeinde St. Martinus, sondern der Kirchengemeindeverband. Da in beiden Varianten die Pfarrgemeinderäte auf Seelsorgebereichsebene fusionieren, wird die Zahl der Pfarrgemeinderäte im gesamten Erzbistum von rund 600 auf 180 zurückgehen. "Der Erzbischof", so Klaudia Schuch, "hofft, dass sich diese frei werdenden Ehrenamder dann anderen Aufgaben in der Gemeine widmen werden".

Das gesamte operative Geschäft würde in die Zuständigkeit des Kirchengemeindeverbandes übergehen, der Kirchenvorstand wäre im Wesentlichen nur noch für die kirchlichen Immobilien zuständig. Die Schlüsselzuweisungen werden, so wurde deutlich, auf jeden Fall gekürzt, egal, für welche Variante sich die Gemeinde entscheidet. "Dass gewachsene Strukturen auf den Müllhaufen geworfen werden, darf nicht sein", beklagte ein Gemeindemitglied.
Das Erzbistum Köln wird noch aus der Pfarrgemeinde St. Martinus einen Brief mit Unterschriftenliste bekommen, in dem der Protest kundgetan wird. Außerdem ist an einen offenen Brief gedacht.

© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung

Originalartikel als pdf: icon Wille zum Protest (64.81 kB)


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Sonntag, 20. Mai 2012
Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

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