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Scharfe Worte: Scheren im Kopf der Oberen

Geschrieben von Christoph Pütz (NGZ). Veröffentlicht in Vermischtes

Kaarst Scharfe Worte der Kritik hat Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz zur geplanten Neuordnung der Seelsorgebereiche gefunden: Im Erzbistum Köln ist geplant, die jetzt 221 Seelsorgebereiche auf 180 zu reduzieren. Kaarst soll ab Januar 2008 zu einem einzigen Seelsorgebereich verschmelzen - mit rund 20 000 Angehörigen.

Die Pfarre St. Martinus hat zurzeit etwas mehr als 10 000 Mitglieder. Nach einer Fusion im Januar 2008 zu einem einzigen Seelsorgebereich für ganz Kaarst wären es rund 20 000 Mitglieder. NGZ-Fotos (2): L. Berns

Die Pfarre St. Martinus hat derzeit etwas mehr als 10 000 Mitglieder. „Ob das sinnvoll oder menschennah oder seelsorgerisch verantwortbar ist - danach wird nicht gefragt: Nach der Anzahl der Priester werden Gemeindestrukturen geschaffen, so als ob sich ,Kirche’ einzig und allein von den Priestern her definieren würde und als ob sich Seelsorge einzig und allein von der Anzahl der Messen her bestimmen würde“, moniert Gertz in der aktuellen Ausgabe des Heftes „Lebendige Gemeinde“.

Weil es zu viele „Scheren im Kopf der Kirchenoberen“ gebe und weil es zu viele Themen gebe, über die „kirchenintern nicht diskutiert werden darf“, fürchtet Dr. Gertz, dass auf einen Pastoralplan noch lange gewartet werden müsse. Er zählt einige dieser Themen auf: die Leitung der Gemeinden durch Laien, die Weihe von Diakoninnen, die biblischen und theologischen Begründungen der Priesterweihe ausschließlich von Männern. Und er stellt die Frage: „Warum wird das menschliche Gesetz des Zölibats höher eingeschätzt als der Auftrag Jesu zur sonntäglichen Feier der Eucharistie?“

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Pastoralplan
Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz fordert einen Pastoralplan, der Fragen beantworten soll wie:
  • Wie sollen Gemeinden in Zukunft aussehen und arbeiten?
  • Was soll ihr Auftrag für den Menschen sein?
  • Welche vorhandenen Möglichkeiten können noch ausgeschöpft werden?

Er kritisiert, dass zu sehr das fehlende Geld und die Personalstärke zu Kriterien gemacht würden.

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Pfarrer Dr. Gertz meint: „Mögliche Antworten auf solche und ähnliche Fragen würden dem Anliegen von Kardinal Meisner, "Christus für die Menschen berührbar zu machen", sicherlich eher gerecht als alle Struktur- und Fusionsdebatten, die lediglich Geld oder Zahlen um Maßstab haben.“
Auch die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Klaudia Schuch hat Sorge, dass nach einer Fusion der Seelsorgebereiche die Aufgaben der Kirche kaum mehr zu erfüllen sind. Küster, Hausmeister und einige Erzieherinnen hatten wegen der Strukturreform „Zukunft heute“ schon die Kündigung erhalten. „Jetzt haben wir eine Küsterin, die aber nur am Wochenende im Einsatz ist.“ Der Schlüsseldienst, die liturgischen Gewänder in Ordnung halten - alle diese Aufgaben werden jetzt von Ehrenamtlern erfüllt.

„Warum sollen Laienpastorale, die in Theologie ausgebildet sind, nicht auch die Gemeindeleitung übernehmen können?“, fragt sie. Der Pfarrgemeinderat hat einen Brief an das Erzbistum geschrieben, um zu erfahren, wie denn konkret die Fusion schon Anfang 2008 umgesetzt werden solle. „Bisher gab es aber noch keine Antwort“, berichtet Schuch.

Christoph Heckeley, stellvertretender Pressesprecher des Erzbistums, erklärte gestern dazu: „Das wird im Einzelnen und mit allen Betroffenen besprochen, steht also noch nicht fest. Das gilt im übrigen für alle Seelsorgebereiche im Erzbistum Köln; die Gespräche laufen, brauchen aber noch ihre Zeit.“

© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung

Originalartikel als pdf: Scheren im Kopf der Oberen Scheren im Kopf der Oberen (305.93 Kb)

 

 


Tages Losung

Sonntag, 20. Mai 2012
Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

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