Unterschriften gegen Pfarrfusion
Aber auch in den einzelnen Gruppierungen wurde gesammelt“, erläuterte Schuch. So hat die Katholische Frauengemeinschaft schon allein rund 300 Mitglieder. Auch auf dem Weihnachtsmarkt im Alten Dorf waren Unterschriftensammler mit ihren Listen unterwegs.
Rund 10 000 Mitglieder hat die Pfarre St. Martinus. Schuch ist mit der Beteiligung an der Unterschriften-Aktion zufrieden, sagt aber auch: „Wir hätten noch deutlich mehr Unterschriften sammeln können. Aber die Zeit ist sehr knapp, da der Kardinal ja bekanntlich die änderungen schon zum 1. Januar 2008 einführen möchte.“
Um auf die Situation in Kaarst aufmerksam zu machen, hat der Pfarrgemeinderat einen Brief an Kardinal Meisner geschrieben. Darin heißt es: „Auf einer außerordentlichen Pfarrversammlung haben wir die Pfarrgemeinde über die geplante Zusammenlegung der Seelsorgebereiche informiert. Mit großer Mehrheit sprachen sich die zahlreich anwesenden Gemeindemitglieder dafür aus, alles zu tun, um die Pfarrgemeinde St. Martinus als eigenständigen Seelsorgebereich zu erhalten. Dies wurde noch einmal in einer Unterschriftenaktion bekräftigt.“
Dem Kardinal wird in dem Brief dargelegt, dass aus Sicht der Gemeinde St. Martinus es viele gravierende Gründe gebe, die gegen die Zusammenlegung der Seelsorgebereiche sprächen. „Den Menschen in St. Martinus ist es wichtig, ohne die Realitäten zu leugnen nach Lösungen zu suchen, welche die gewachsenen Strukturen nicht zerstören und trotzdem neue Wege möglich machen. Diese Lösungen können wir im vorliegenden Konzept nicht erkennen“, so die in dem Brief formulierte Kritik.
„Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes freuen sich auf ihr kurzfristiges Angebot zu einem Gesprächstermin. Gerne überreichen wir Ihnen bei dieser Gelegenheit die Unterschriftenlisten der Gemeindemitglieder aus St. Martinus Kaarst“, schließt das Schreiben.
Zehn Tage sind seit dem vergangen - eine Antwort aus Köln gab es allerdings bislang nicht. Schuch ist darüber nicht erfreut: „Wir erwarten einen anderen Umgang. Gerade den Ehrenamtlern in der Pfarre wird viel abverlangt. Da kann erwartet werden, dass man miteinander spricht und gemeinsam nach Lösungen sucht“, so Klaudia Schuch.
Wie beurteilt Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz die drohende Pfarrgemeinden-Verschmelzung, und was sollte die Gemeinde nun unternehmen? Diese Fragen blieben am Freitag offen, da Gertz für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war.
Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistums Köln, konnte dagegen Licht ins Dunkel bringen und zumindest klären, wer denn überhaupt entscheidet, ob nun St. Martinus mit ihren Nachbargemeinden im Seelsorgebereich eine Pfarreiengemeinschaft bildet oder zu einer Einheit fusioniert. „Diese Entscheidung wird durch den Beschluss des Kirchenvorstandes gefällt. Die Kirchenvorstände aller beteiligten Gemeinden stimmen darüber einzeln ab.“
© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung






