Pfarren wachsen zusammen
Pfarrer Jürgen Arnolds, Pfarrvikar im Seelsorgebereich Kaarst/Büttgen, spricht mit der NGZ über das Zusammenwachsen der katholischen Gemeinden, das Pastoralkonzept und Pläne für 2011.
Die Katholiken in den Gemeinden in Kaarst, Büttgen, Holzbüttgen und Vorst sind trotz aller Schwierigkeiten auf einem guten Weg zur Gemeinschaft. Diese Meinung vertrat Pfarrer Jürgen Arnolds, Pfarrvikar im Seelsorgebereich Kaarst/Büttgen, im NGZ-Interview.
Der Seelsorgebereich Kaarst/Büttgen wurde vor mehr als einem Jahr aus der Taufe gehoben. Haben sich Ihre Erwartungen ans Zusammenwachsen der Gemeinden erfüllt?
Arnolds Nun, wir hatten die Erwartung, dass das eine Chance ist, und die Befürchtung, dass es schwierig wird. Heute sind wir durchaus zufrieden, dass die Menschen aufeinander zugehen und nicht den Eindruck erwecken, als würde alles den Bach runter gehen. Man akzeptiert die Zusammenlegung und versucht, das Beste daraus zu machen.
Was hat denn am besten geklappt bisher?
Arnolds Was wirklich gut geklappt hat, ist unser neuer, gemeinsamer Pfarrbrief. Die Art und Weise, wie er entstanden ist, ist eines der Dinge, die sehr gelungen sind. Wir planen jetzt auch einen gemeinsamen Internetauftritt. Sehr schön war auch das Konzert aller Kirchenchöre. Da haben sich die Sänger kennenlernen können und gezeigt: Man singt vor Ort, ist aber auch gemeinsam ein großer Chor. Die Kommunionkinder aller vier Gemeinden haben außerdem einen Lichtergang in Sternprozession nach Holzbüttgen gemacht – ein schönes Bild des Aufeinanderzugehens.
Und wo tut man sich noch schwer?
Arnolds Vielleicht noch mit der Unterscheidung, was in die jeweils eigene Pfarrei gehört und was man zusammentun kann und muss. Aber das wird die Erfahrung zeigen.
Ihr Seelsorgebereich zählt mehr als 19 000 Seelen. Wie kann da Gemeinschaft entstehen?
Arnolds Ich glaube, dass eine Gemeinschaft entstehen kann, wenn man punktuell Dinge gemeinsam macht, die Ortsgemeinde und ihre Gruppen aber auch weiterhin als Heimat versteht. Gemeinschaft fängt im Kleinen an – im Kindergarten, in den Vereinen und Verbänden.
Wie steht es um das Pastoralkonzept, dessen Erarbeitung das Erzbistum Köln allen Seelsorgebereichen aufgegeben hat?
Arnolds Wir setzen uns da nicht unter Druck und wollen mehr als ein Blättchen zum Abheften entwickeln. Deswegen machen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme von der Jugend- bis zur Caritasarbeit. Daraus soll ein Pastoralkonzept entstehen, das Antworten auf Fragen gibt wie: Was kann man voneinander lernen? Oder: Wie kann der eine dem anderen helfen?
Wie und wo hat sich das Pastoralteam Schwerpunkte gesetzt?
Arnolds Wir haben uns das Ziel gesetzt, eine Struktur zu schaffen, in der das Gemeinsame genauso gedeihen kann wie das jeweils Einzelne. Es gilt, die Dinge zu harmonisieren, und das wird uns gelingen.
2011 steht vor der Tür. Welche Pläne und Termine sind Ihnen im kommenden Jahr besonders wichtig?
Arnolds Im Februar kommt erst einmal der Weihbischof zur Visitation nach Kaarst. Und dann wollen wir weiter am Blick über den eigenen Kirchturm hinaus arbeiten.
© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung






