Dä Köbes
Kölner und kölsche Brauhauskultur sind ein weites Feld. Wir möchten vor allem den "Imis" unter Ihnen ein wenig Hilfestellung geben. Und schon sind wir mitten drin...Ein "Imi"... ist ein Nicht-Kölner - also ein "imitierter Einheimischer". In dieser Formulierung steckt schon das erste Geheimnis: Fremde dürfen sich immer auf der Vorstufe zum echten "Kölner" fühlen, werden also eigentlich immer mit offenen Armen empfangen. So ist Imi mehr ein scherzhafter, nicht böse gemeinter Titel, der auf die große Liberalität und eine besonders weltoffene, gastfreundliche Kultur hindeutet. Der kölsche Köbes ist der Kellner des Brauhauses, was aber nie dazu verleiten sollte, ihn mit "Herr Ober" oder "Herr Kellner" anzureden. Das belastet die Beziehung gleich enorm. Denn der kölsche Köbes ist eine besondere Figur, die zum Brauhaus gehört wie das Bier: Historisch steht der Name für "Jacob".
Im Mittelalter machten die Pilger auf dem Jakobusweg in Köln Zwischenstation und verdienten sich in den Brauhäusern ein paar Groschen als Bedienung. Und weil "Jakobuspilger" einfach zu lang ist, wenn man Durst hat, wurde zuerst "-pilger" weggelassen und schließlich nur noch "Köbes" gerufen.
Seinen Stolz hat der Köbes dadurch aber keinesfalls verloren. Das erklärt wohl auch die etwas freundlich-ruppige Art, die seine Hoheit manchmal hat. Der Köbes ist traditionell fit, flott - und schnell mit einem frechen Spruch zur Stelle. So kann bei der Bestellung "ein Mineralwasser!" schon mal die Frage kommen: "Baden oder was trinken?". Denn für den Köbes gibt es nur ein wirkliches Getränk: das Kölsch!




