Wallfahrt zum Jakobusgrab in Santiago de Compostela, Spanien 1999

Wenn der Jakobstag -das ist der 25. Juli- auf einen Sonntag fällt, feiert eine ganze Stadt im Nordwesten Spaniens ein Heiliges Jahr: Santiago de Compostela
Hier findet sich der überlieferung nach das Grab des Apostels Jakobus des älteren. Knapp 79.000 registrierte Pilger aus der ganzen Welt kamen in den Monaten März - August 99 in die wahre Kapitale Galiziens, die den Namen des Apostels trägt (alleine 45.860 im August).
Vom 1.- 16. Oktober 1999 fand das große Ereignis statt:
Unsere Wallfahrt nach Santiago de Compostela.
Mit dem Leitwort „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ aus dem Psalm 121 machten sich 47 Pilger und Pilgerinnen unserer Bruderschaft auf den Weg nach Santiago de Compostela.
Während der 16 tägigen Jakobuswallfahrt waren 8 Tage als Pilgertage zu Fuß eingeplant. Auf diesen acht herrlichen Etappen folgten wir auf dem „camino francés" dem gelben Pilgerpfeil und durchwandern die kontrastreichen Landschaften von Pamplona nach Santiago - die Vorberge der Pyrenäen im Norden, das Weinanbaugebiet La Rioja, die weiten Landschaften der kastilischen Hochebene Meseta und die sattgrünen Berglandschaften Galiciens. Wir entdeckten die Meisterwerke mittelalterlicher Kunst, romanische Kirchen und prächtige gotische Kathedralen, aber auch kleine Einsiedeleien, historische Wegkreuze und verzierte Brücken.
Um alles zu beschreiben fehlt hier der Platz und mir die Worte, aber kurz zusammengefaßt:
außergewöhnlich-traumhaft schön!
Die Gruppe wuchs sehr schnell zu einer engen Gemeinschaft zusammen. Die Tagesleistung von etwa 23 km wurde mit Lachen, Erzählen, Beten und Singen zwar nicht kürzer, aber dafür erträglicher. Da Abends alle mehr oder weniger erschöpft waren, entspannten und regenerierten wir uns in gemütlicher Runde bei span. Rotwein, um am nächsten Tag den wartenden Strapazen entspannt gegenübertreten zu können.
Selten habe ich die Richtigkeit eines Mottos so stark empfunden wie dieses: „Wie ein Weg nicht nur zum Ziel, sondern auch zum Zuhause wurde.“ Die Stadt Santiago mit ihrem Apostelgrab war zwar der Endpunkt der Wallfahrt, aber aufgrund des Tourismusrummels bestimmt nicht das Ziel für uns Fußpilger.
Da die Fahrt in dieser Form noch nie durchgeführt wurde, auch nicht vom Reiseunternehmen, war der Erfolg vorher nicht unbedingt abzusehen. Dass sie trotzdem, bestimmt nicht nur für mich, ein einmaliges Erlebnis wurde, ist jedem einzelnen Pilger zu verdanken. Das Wort Gemeinschaft hat in diesen zwei Wochen eine ganz andere, tiefere Bedeutung gewonnen.
Mein persönliches Fazit:
Alle Arbeit und Anstrengungen im Zuge der Vorbereitung haben sich gelohnt. Die Pilgertage zu Fuß habe ich als persönliches Geschenk empfunden und in vollen Zügen genossen, was man mir wohl auch angemerkt hat. Aber obwohl mir auf der Rückfahrt viele Einfälle zu noch mehr Fußwegen in den 2 Wochen durch den Kopf schossen, ist solch ein prägendes Erlebnis nicht wiederholbar und sollte nicht nur in der Erinnerung einmalig bleiben.
Ergänzende Unterlagen:
Begleitheft Santiagowallfahrt 1999 (625,14 Kb)
Letzte Meldung zum Begleitheft Santiagowallfahrt 1999 (90,68 Kb)
Bildergalerien dazu:




